Kammerflimmern

Kammerflimmern_03

“Es geht im Leben nicht um Liebe […] Wenn du es nicht mehr aushältst, gibt es nur zwei Dinge, die du tun kannst: Einatmen und ausatmen.”

Schöne Filme sind immer etwas unrealistisch. Liebesfilme sowieso. Bei guten Filmen macht das aber überhaupt nichts. “Kammerflimmern” ist so ein guter Film. Bei dem man sich zwar denkt: “Das tut doch kein normaler Mensch. Menschen sind schüchtern und peinlich berührt und rennen nicht in fremde Wohnungen.”, aber das gehört auch zu dem Film, den Mut aufzubringen, neben jemand Fremden zu weinen und sich bloßzulegen. Wäre das nicht, dann wäre der Film stillgestanden, dann hätte sich überhaupt nichts geändert.

Kammerflimmern ist ein bunter Film, bunt angemalt mit Liedern und Melodien und schönen Gesichtern. Er hat ein Ende, das alles bedeuten könnte und doch nur eine Antwort gibt: Leben.

“Alles wird gut.
Du musst nur atmen.”

Gute Filme helfen auch immer ein wenig einem selbst.

Andrew Bird - imitosis

Andrew Bird hat ein neues Album. Ich habe es noch nicht gehört, aber ich werde es. Mehr noch als das Auftauchen aus dem Nichts fasziniert mich allerdings dieses wunderbare Lied "imitosis".
Hören. Sofort!

andrew

State of Mind

theunitedstatesoflelandpic


In “State of Mind” geht es um einen 16jährigen Jungen, Leland P. Fitzgerald, der in einen Trakt der Jugendstrafanstalt untergebracht wird, nachdem er einen behinderten Jungen, den Bruder seiner Freundin getötet hat. Das hört sich ziemlich schrecklich an und ist es auch; aber es hört sich auch so an, als würde ein Stückchen fehlen, ein Puzzelteil, das irgendwo unter die Ritze eines Sofas gerutscht ist.

Er behauptet, es geht um kein Mädchen, es gibt auch kein Warum. “Es ist einfach nur passiert.”
Einer Reporterin kurz nach der Tat sagt er auf ihr Warum: “Wegen der Traurigkeit.”

Leland ist ein Junge, der viel empfindet, es aber nicht zeigt. Sein Vater (Kevin Spacey) hat ihn und seine Mutter verlassen, als er sechs Jahre alt war und seitdem nicht mehr gesehen. Er liebt Becky (Jena Malone), die Schwester des behinderten Jungen und ist ansonsten fast undurchschaubar.

Und obwohl diese Tat, die er begangen hat, Mord, wie er auch sagt, ein Fehler war, sieht man nicht, wie er leidet. Vielleicht leidet er auch nicht. Am Ende sieht man, wie nahe sich die beiden, Leland und der Junge standen und was er in ihm sah, was andere nicht sahen.

In der Jugendstrafanstalt schreibt er auf, was passiert ist, was ihn dazu brachte, zu tun, was er getan hat. Oder wie er es nannte: Seine Weltanschauung.
Ich würde dieses Heftchen, das er vollgeschrieben hat, gerne einmal lesen. Es hat sich, in den Ausschnitten, die man zu hören bekam, sehr interessant angehört.
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